28.09.2020

Nachhaltige Fotografie

Von nora

Was ist eigentlich nachhaltige Fotografie?

Als ich anfing zu studieren war Nachhaltigkeit noch kein festes Wort in jeder Werbung und es war kein Bestandteil meines Wortschatzes. Während des Studiums für nachhaltiges Design und Fotografie lernte ich immer mehr über all das was so schief läuft um uns herum und wie man versuchen kann eine Veränderung herbeizuführen.

In einer Zeit, in der wir umgeben sind von Medien, die uns auf Schritt und Tritt begleiten, müssen wir als Designer und Fotografen Verantwortung übernehmen für das, was wir in die Welt hinaus senden. Ich übernehme soziale und ökologische Verantwortung für meine Handlungen und für meine Arbeit und es ist mir wichtig welche Botschaft ankommt.

Fotografie und Design gehen Hand in Hand mit der Werbung, die uns beeinflusst, mit den Sehgewohnheiten, die zur Norm werden.

Sehgewohnheiten beeinflussen die Art wie Schönheit beurteilt wird. Wie Schönheit beurteilt wird, schließt alle aus, die diesem Ideal nicht entsprechen. Sei es aufgrund der Hautfarbe, der Kleidergröße oder der Form der Nase.
Werbung beeinflusst unsere Sicht auf eine Sache. Wir werden „emotional abgeholt“, man packt unsere Träume und Wünsche oder unsere Ängste und hält sie uns vor die Nase, damit wir entsprechend handeln.
Wir sind beeinflussbar. Und vielleicht wollen wir das auch sein. Wir wollen gesehen werden, verstanden werden und versuchen unsere sozialen Bedürfnisse durch Konsum zu kompensieren.

Als Fotografin und Designerin trage ich Verantwortung für all das und es muss mir klar sein.
Es ist mein Job, auf all das zu achten, wenn andere es nicht tun, weil sie gerade einfach alle Hände voll zu tun haben, alleinerziehend sind, im Job untergehen oder gerade genug Gedanken dafür übrig haben, wie sie diesen Monat über die Runden kommen.

Fotografie und Design kann sich für Wichtiges einsetzen.

Es kann auf Probleme hinweisen oder Lösungen bieten, Dinge bewerben, die uns alle weiter bringen und niemandem willentlich schaden.

Manchmal fehlt mir das richtige Wort für das was ich tue. Nachhaltige Fotografie? Ecophotography? Grüne Fotografin? Ich weiß es wirklich nicht.
Aber was ich weiß ist, ich will mich einsetzen für das, was ich für richtig halte, für das, was unsere Welt ein Stückchen besser macht. Für Unternehmen, die sich sozial und ökologisch engagieren, für Menschen, denen Menschenrechte abgesprochen werden, für Alltagshelden, Selbstständige und Menschen, die lieben was sie tun und sich ihren Traum erfüllen. So wie ich den meinen erfüllen konnte.

Ich habe mich gefragt, was ich tun kann, um meine Fotografie nachhaltig zu machen. Um das herauszufinden, musste ich erst einmal sehen, welche Rädchen es gibt, an denen ich drehen kann. Welche Teile meine Arbeit zu einem großen Ganzen zusammensetzen. Ich habe mich gefragt: Was brauche ich zum arbeiten und für wen will ich arbeiten?

Lokale Unternehmen unterstützen in Hennef & Bonn-Rhein-Sieg

Letzteres „Für wen will ich arbeiten“, war relativ schnell klar. Neben Familienfotos für Privatpersonen, möchte mich lokal engagieren, Selbstständige unterstützen, die ihren Traum leben und für nachhaltige Unternehmen arbeiten und ihnen individuelle Businessfotos und Werbemittel erstellen, die sie ökonomisch unterstützen. Jeder macht heute Fotos mit dem eigenen Handy und bastelt Flyer am Pc. Aber reicht das wirklich aus? Ich möchte, dass Unternehmen, die sich für die richtigen Dinge einsetzen wettbewerbsfähig werden und bestehen können neben den großen Firmen und sie am Ende vielleicht sogar überholen. Menschen und Tiere auszubeuten, um Profit zu erlangen, sollte nicht belohnt werden und doch ist es schwieriger für Unternehmen, die das nicht tun. Der erste Weg zur Kundengewinnung ist das Auftreten der Firma. Die Qualität der Leistungen oder Produkte muss mit der Außendarstellung übereinstimmen. Denn woher soll der Kunde sonst wissen, dass das Unternehmen, sei es ein kleines Café oder ein größerer Biobäcker, Qualität verkauft? Durch gute Fotos, eine nutzerfreundliche Internetseite, die auch mobil gut funktioniert, und individuelle Druckwerbung, die auf das gesamte Design der Firma abgestimmt ist, bekommt der Kunde ein Gefühl für das, was dem Unternehmen wichtig ist, was das Unternehmen ausmacht.

Fotografie & Die Grundpfeiler meines Handelns

Die erste Frage „Was brauche ich zum arbeiten?“ ist etwas schwerer zu beantworten. Das hängt natürlich sehr davon ab, welche Art von Fotos ich anbieten möchte, ob ich Accessoires brauche und welches Equipment benötigt wird. Zentrale Punkte meiner Arbeit lassen sich aber schnell orten. Ich brauche eine Kamera, Strom für meinen Pc, einen Host für meine Internetseite, muss mobil sein, und ich muss Druckerzeugnisse für mich selbst, als auch für meine Kunden bereit stellen.
Mir war also klar, diese Punkte möchte ich so ökologisch wie möglich gestalten. Da Nachhaltigkeit auch in meinem privaten Leben eine große Rolle spielt, musste ich viele Dinge gar nicht umstellen. Es geht mir dabei nicht um Marketing. Ich hatte nicht vor ein nachhaltiges Unternehmen aufzubauen. Es ist einfach so nachhaltig wie möglich, weil das die Grundpfeiler meines Handelns sind und sich daher auch auf meine Arbeit übertragen.

Foto von OhLucy-Wedding

Ich beziehe also Ökostrom von Greenpeace Energy, der aus erneuerbaren Quellen gewonnen wird, habe einen grünen Website-Host namens Manitu, eine Autoversicherung mit dem „besser-grün-Tarif“, ein Konto bei der GLS-Bank, fahre zu Fotoshootings in Hennef und der nahen Umgebung mit dem Zug oder Rad, wenn wenig Equipment benötigt wird und denke darüber nach, mir ein Lastenrad zu kaufen, wenn ich genug gespart habe, um auch die Fahrten mit mehr Equipment möglich zu machen. Druckerzeugnisse, wie Flyer oder Visitenkarten bestelle ich bei „Die Umweltdruckerei“, die auf recyceltem Papier mit Ökofarben druckt.
Trotzdem komme ich an meine Grenzen. So gibt es bisher keine Kamera, die unter nachhaltigen Bedingungen hergestellt wird. Hier ist eine lange Nutzungsdauer eine Möglichkeit, es nachhaltiger zu gestalten und Anschaffung von bereits gebrauchtem Equipment, sodass keine neuen Ressourcen verbraucht werden müssen.

Ich bin mir nie sicher, ob ich alles bedacht habe, ob ich ganzheitlich genug denke und versuche immer nachzujustieren.
Ich möchte zukünftig für jedes Fotoshooting einen gewissen Prozentsatz des Erlöses spenden. Hierfür soll es auf meiner Homepage einen Spendenzähler geben, der anzeigt, wieviel bereits gesammelt ist. Am Ende des Jahres wird der Betrag gespendet. So wird der Verwaltungsaufwand reduziert und am Ende kommt mehr dort an, wo es soll.
Ich möchte mich wieder ehrenamtlich engagieren. Eine Weile habe ich für „Foodsharing“ gearbeitet und für „Dein Sternenkind“. Momentan berichte ich in Eigeninitiative über nachhaltige Unternehmen und Aktionen in meinem Blog und stelle kostenfrei Fotos von Aktionen für bestimmte Organisationen zur Verfügung.
Ich wünsche mir mehr Kooperationen mit Menschen, die ich schätze und deren Arbeit ich bewundere. Ich wünsche mir mehr Kontakt mit den Selbstständigen um mich herum, mit Maske und Abstand und mit Herz. Wir sind keine Konkurrenz, wir sind eine Gemeinschaft. Wir können uns gegenseitig unterstützen, voneinander profitieren und voneinander lernen.

Wir können heute jeden und alles im Internet finden, aber wissen so wenig über die Leute um uns herum. Wir brauchen ein Netzwerk, ein Netz, das uns hält und Arbeit, die Hand in Hand geht.

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Foto von mir und meinem kleinen Engel von meiner Freundin OhLucy-Wedding. Schaut mal bei ihr rein, sie macht ganz tolle Hochzeitsfotos!