15.09.2020

Ein paar Worte zum Fairen Handel

Von nora

Fair handeln bedeutet mehr als nur fairer Kaffee und ein faires Frühstück im Jahr.
Es bedeutet Verantwortung zu übernehmen für unser Handeln in jedem Lebensbereich. Es bedeutet ganzheitliches Denken.

Wir müssen endlich anfangen alle Menschen auf der Welt fair zu bezahlen für ihre Güter und Dienstleistungen. Das gilt insbesondere für Waren die wir aus dem Ausland importieren. Menschen, die nicht fair bezahlt werden, damit wir besonders billige Waren beim Discounter kaufen können, werden ihrer Lebensgrundlage beraubt. Sie sind nicht in der Lage ihren Lebensunterhalt zu bestreiten, sich selbst oder ihren Kindern genügend Lebensmittel zu verfügung zu stellen, haben weder Urlaub, noch akzeptable Arbeitszeiten und werden bei Krankheit zum Teil einfach sofort gekündigt.

Der Faire Handel setzt sich dafür ein faire Arbeitsbedingungen zu schaffen. Woran du Fairen Handel erkennen kannst? Achte einfach auf das Fair Trade Siegel oder auch das GOTS Siegel. Sie zeichnen Waren aus, die im Rahmen Fairen Handelns hergestellt wurden.

Es reicht nicht Fairen Kaffee zu kaufen.

Fairen Kaffee zu kaufen, ist ein Anfang. Wie vieles ein Anfang sein kann, moralisch zu handeln. Aber wir müssen unser Kaufverhalten ändern.
Das bedeutet u.a. Lebensmittel aus Bioproduktion zu kaufen. Bio und Fair Trade gehen Hand in Hand. Das Eine ist kaum ohne das Andere möglich.

In der regulären Landwirtschaft ist es üblich Monokulturen anzubauen. Monokulturen führen zu höheren Schädligsraten, was wiederum zum Einsatz von mehr Pestiziden führt. Mehr Pestizide führen zu schlechteren Erträgen und zur Verunreinigung des Grundwassers, machen die Arbeiter und die Bevölkerung krank, führt bei Kindern zu Wachstumsstörungen und im Extremfall auch zu Fehlgeburten bei Schwangeren, Missbildungen und Tumoren, wenn man den Pestiziden täglich ausgesetzt ist. Dies ist in den Exportländern häufig der Fall, da z.B. Schulen und Dörfer in der Nähe der landschaftlich genutzten Felder sind, damit die Arbeiter in der Nähe ihres Arbeitsortes sind. Die Pestizide werden häufig großflächig mit Flugzeugen über den Feldern versprüht und gelangen so durch Windbewegungen in die Atemluft der ganzen Umgebung.

Biologische Produktion steht für einen sorgsamen Umgang mit den Ressourcen, setzt Nutztiere zur Schädlingsbekämpfung ein (Nützlich ist beispielsweise auch der Marienkäfer, der Blattläuse frisst) und verzichtet auf Monokulturen und pflanzt dafür Gewächse, die sich gegenseitig unterstützen.

Es gibt viele Biosiegel, die aber nicht alle zertifiziert sind. Achten solltest du auf das Grüne Blatt des EU-Biosiegels, auf das deutsche staatliche Bio Siegel, Naturland, Bioland und Demeter.

Wir müssen unseren Umgang mit Ressourcen ändern.

Wir leben immer noch in einer Wegwerf-Gesellschaft. Fast Fashion, ein Trend jagt den Anderen, jedes Jahr ein neuer Wintermantel – oder gleich fünf. Vollgestopfte Schränke, sodass wir selbst nicht mehr wissen was wir eigentlich haben und T-shirts für 2 Euro. Zwei Euro. Wie soll man von 2 Euro im Herstellungsland die Näherinnen bezahlen, die Maschinen und Strom am laufen halten, den Transport und teilweise die Verschiffung finanzieren und im Verkaufsland die Lohnkosten, die Betriebskosten und sogar den Gewinn daraus ziehen? Dass dort jemand auf der Strecke bleiben muss, ist klar. Armut führt zu Krankheit durch Mangelernährung, zu Frustration und zu Krieg und sorgt dafür, dass Menschen ihre Heimat verlassen müssen.

Weißt du was der Preis wäre für ein T-shirt, das unter fairen Arbeitsbedingungen hergestellt wurde? 29 Euro. Woran du erkennen kannst, dass du für diese 29 Euro nicht nur den Markennamen zahlst? Am GOTS Siegel.

Wir müssen etwas tun. Das ist uns irgendwie allen klar. Die Faire Woche macht darauf aufmerksam mit all ihren Aktionen. Und dennoch ist es mehr als das.

Wir müssen dafür sorgen, dass Menschen überall auf der Welt unter Bedingungen leben, die menschenwürdig sind, unter Einhaltung der Menschenrechte und Einhaltung fairer Arbeitsbedingungen. Dort sind wir lange noch nicht.

Bis dies der Fall ist, leisten Spendenorganisationen einen wichtigen Teil der Arbeit, die Politik und Staat versäumen. Sie sorgen für

Wir müssen unser Konsumverhalten ändern, weniger CO2 ausstoßen durch weniger Autos, Strom aus regenerativen Energien beziehen, wir müssen Plastik vermeiden, um die Ozeane zu schonen und noch so vieles mehr.

Das klingt nach viel Arbeit? Ist es!

Am Anfang habe ich mich ohnmächtig gefühlt, geradezu handlungsunfähig bei all den Dingen die passieren müssen. Da ist es leichter zu sagen: „Ich kann ja sowieso nix verändern.“ Doch! Genau das kannst du! Jeder kann ein kleines Stück dazu beitragen.

Was wir dafür tun können?

Beginne doch mal mit einer Sache. Wie wäre es mit einem fleischfreien Tag die Woche, wenn vegetarisch oder vegan leben für dich einfach zu viel ist. Wie wäre es damit Sonntags die Brötchen beim Bäcker mit einem Korb oder einer Stofftasche zu holen, statt eine Papiertüte zu nehmen, die man hinterher immer weg schmeißt? Wie wäre es mal zu schauen wo das nächste Fairtrade Bekleidungsgeschäft ist und einfach mal zu sehen was es dort so gibt? Wie wäre es mal eine Tauschparty zu veranstalten, bei der du Kleidung mit deinen Freunden tauschst? Wer weiß was du dort alles tolles findest?

Es gibt viele Möglichkeiten den Anfang zu machen. Natürlich auch mit fairem Kaffee!